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Held*innenreise Gabriella (49): Der inneren Sehnsucht folgen

In diesem Beitrag teilt Gabriela in eigenen Worten ihre Held*innenreise mit dir. Sie zeigt sehr schön, wie unsere Träume sich immer wieder den Weg in unsere Alltagsrealität bahnen, wenn wir uns die Erlaubnis geben und der inneren Sehnsucht folgen.

Die Herausforderung: Eine erfüllende Aufgabe in Deutschland finden

Keine Anerkennung des peruanischen Jura-Studiums

„Vor meinem Leben in Deutschland hatte ich in Peru Jura studiert und als Anwältin und juristische Beraterin in einer Universität gearbeitet. Als ich nach Deutschland kam, stand das Lernen der deutschen Sprache an erster Stelle, um später beruflich weitergehen zu können. Da es, aber in Deutschland für ausländische Juristen nicht möglich ist den Anwaltsberuf auszuüben, ohne hier studiert zu haben, entschied ich mich, nicht noch einmal Jura zu studieren, sondern einen anderen Weg zu gehen. Nach verschiedenen Ausbildungen und Weiterbildungen habe ich von 2009 bis 2013 als selbständige Trainerin und systemischer Coach gearbeitet, zugleich waren meine Kinder noch klein. Ich war alleine unterwegs, habe mit privaten Kunden zusammengearbeitet, dann auch in Kooperation mit einem Träger. Über meine Arbeit konnte ich mich mit meinem ersten Mann austauschen, der eine ähnliche Ausbildung hat wie ich. (gewohnte Welt)

Auf der Suche nach dem richtigen Team im passenden Umfeld

Trotzdem hat mir der Austausch in einem Team gefehlt und auch die Felderfahrung eines Teams. Ich reflektiere viel in meinem Kopf, noch lieber aber möchte ich mit anderen reflektieren. Was mich immer gerufen hat, war die Zusammenarbeit mit anderen. Das war meine Sehnsucht. (Ruf zum Abenteuer)

Auf der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz kam die Weigerung mehr aus dem Umfeld heraus als aus mir selbst. Ich habe mich zunächst bei den großen Unternehmen umgeschaut. Doch entweder war ich überqualifiziert für die ausgeschriebenen Stellen, oder ich hatte zu wenig Branchenerfahrung. In beiden Fällen gab es keine passenden Jobangebote. (Weigerung)

Lange Zeit glücklich: Beraterin für die berufliche Förderung von Frauen

Der Traum wird wahr: Gemeinsam Menschen begleiten

Ich bin zwar Juristin mit einer großen Liebe zur Struktur, doch mir waren Menschen immer wichtig. Ich wollte Menschen begleiten, nicht nur Prozesse. Also habe ich mich in Richtung sozialer Organisationen orientiert. Mein Ziel war es, ein Team zu finden und eine Organisation, in die ich gut hineinpasse. Ich wollte wirklich ankommen. (Ziele)

Zuerst kooperierte ich als Selbständige mit einem Träger im Rahmen eines Projekts. Dann fand ich meinen Traum-Arbeitgeber: eine soziale Organisation, die sich für die berufliche Förderung von Frauen einsetzte. Meine Kolleginnen wurden meine Weggefährtinnen. Meine allererste Kollegin hatte eine harte Schale, doch ich wusste implizit, dass sich dahinter ein sehr schönes Wesen verbarg. Diese Frau wurde eine echte Mentorin für mich. Wir haben 3 Jahre zusammengearbeitet, dann ging sie in Rente. Ich vermisse sie immer noch. Eine weitere Mentorin und irgendwann auch Freundin war meine Bereichsleiterin. Wir haben beide viel zusammen durchgemacht und konnten gut auf Augenhöhe kommunizieren. So konnten wir viele Themen angehen und vieles zusammen bewegen.

Ein unterstützendes Umfeld und hohe Ansprüche an sich selbst

Unterstützung fand ich auch bei meinen Freunden und meinem ersten Mann. Obwohl wir uns gerade getrennt hatten, blieben wir als Eltern und Freunde weiter verbunden. Ich habe ihm viel zu verdanken.
Meine Feinde waren hauptsächlich in mir selbst: Als Juristin bin ich sehr perfektionistisch und detailorientiert. Manchmal habe ich mir selbst im Weg gestanden. In die Zusammenarbeit mit den Klientinnen bringe ich nicht nur meine strategische und analytische Seite ein, sondern auch viel Einfühlungsvermögen. Doch mit mir selbst hatte ich das nicht immer und war oft sehr hart zu mir, da ich sehr hohe Ansprüche an mich selbst hatte. Vielleicht habe ich dadurch auch sehr viel von meinen Kolleginnen erwartet und habe die eine oder andere irritiert, weil ich mich anders verhalten habe, als sie es sich gewünscht hat. War ich dort eine Art Gestaltwandler für sie? (Weggefährt*innen)

Wachstumssehnsucht: Wenn geliebte Aufgaben nicht mehr genug Herausforderung bieten

Meine Aufgaben in der Beratung und im Coaching haben mich immer sehr glücklich gemacht und erfüllt. Beides liebe ich, ich arbeite sehr gerne mit Menschen, die sich reflektieren können und mir Denkherausforderungen geben. Später haben sich unsere Zielgruppen und vor allem die Klientinnen, die uns aufsuchen, jedoch verändert: Die Arbeit war weniger abwechslungsreich und herausfordernd. Darüber hinaus hat sich auch die Zusammensetzung des Teams verändert: Ich liebte es, in Workshops zu arbeiten – die neuen Kolleginnen liebten es weniger. Wieder war ich an dem Punkt, dass ich Sehnsucht bekam: Ich wollte mehr, eine richtige Herausforderung. (Aufgaben und Herausforderungen)

Der nächste Wechsel: Der inneren Sehnsucht vertrauen

Grenzen sprengen: Das vertraute Umfeld trotz großer Loyalität verlassen

Je mehr Themen unsere Klientinnen hatten, umso weitreichender wollte ich sie unterstützen, um ihnen mehr geben zu können. Doch mit dieser Haltung kam ich immer wieder an die Grenze unseres Auftrags. Ich musste einsehen, dass ich die Transformation, die ich bewirken wollte, im Kontext meines Arbeitgebers nicht umsetzen konnte. (tiefe Erkenntnis)

Mein Ziel war es gewesen, eine Umgebung zu finden, in der ich meine Werte und Kompetenzen voll einbringen konnte. Doch jetzt erkannte ich die Grenzen dessen, was im Rahmen meiner Arbeit möglich war, verbunden mit dem Wunsch, viel tiefer und umfassender helfen zu können. Hinzu kam das Angebot meines Arbeitgebers, die Bereichsleitung zu übernehmen. Doch diese Aufgabe würde mich noch weiter von den Tätigkeiten entfernen, die ich liebe. Erst sagte ich aus Loyalität und Liebe zu, wissend, dass diese Zusage zugleich ein Nein zu mir selbst war. (Zerreißprobe)

Die eigenen Träume an erste Stelle setzen

Schließlich erkannte ich meine Fehlentscheidung. Indem ich mein Team und meinen Arbeitgeber an erste Stelle setzte, verriet ich zugleich mich selbst. Ich lehnte die BL-Stelle ab, auch wenn es sich anfühlte, als würde ich das Team im Stich lassen. Doch wäre ich geblieben, hätte ich irgendwann meine Aufgaben nicht mehr leiden können, und die Kolleginnen und vielleicht auch die Klientinnen hätten darunter leiden müssen. Also habe ich auf mein Gefühl vertraut und habe dadurch Scheitern und Katastrophe vermieden. (Scheitern & Katastrophe)

Die Herzenslösung: Ins tiefere Wasser springen …

Sag ja zu dir selbst

Indem ich Ja zu mir gesagt habe, musste ich das zurücklassen, was mir an meinem Umfeld so wichtig war. Damit ich auf meiner Reise zu tieferer Wirkung weiterkommen kann, lasse ich mein Team zurück, die Freundinnen und Weggefährtinnen der letzten zehn Jahre. (Reifung & Transformation)

Eine eigene Praxis für tiefere und intensivere Angebote

Ich habe eine Praxis für psychologische Beratung und systemisches Coaching gegründet. Ich habe wieder eine Weggefährtin: Die Praxisräume teile ich mir mit einer Freundin. Sie ist eine Macherin; ich plane gerne gründlich und entwickele Strategien. Ich möchte alles perfekt vorbereiten, dass an alles gedacht wurde, jedes To Do abgehakt ist. Es war viel zu erledigen. Bin ich soweit? Habe ich an alles gedacht? Wir werden beide miteinander wachsen. (entscheidende Prüfung)

Dieser Woche feiern wir die Einweihung der Praxis. Die Menschen in meiner Umgebung schenken mir alle ein großes Ja: Alle freuen sich mit mir. Ich bin glücklich, dass ich es gelernt habe, ja zu mir zu sagen und mich darauf zu freuen, auch wenn noch nicht alles zu hundert Prozent perfekt ist. (Höhepunkt & Belohnung)

Meine neue Arbeit mit den Menschen wird mir leichtfallen. Ich habe einen guten Methodenkoffer und kann flexibel das geben, was die Leute gerade brauchen. Zugleich habe ich einen großen Respekt vor der Situation, wenn jemand mit vielen psychischen Belastungen zu mir kommt. Dieser Mensch hat so viel überlebt und getan – jetzt darf ich ihn begleiten. Ich muss mich vorbereiten und möchte alles wissen. Noch mache ich lediglich Beratung und verweise für Therapie auf andere. Doch ich mache derzeit den Heilpraktiker für Psychotherapie. Das ist der nächste Schritt, damit ich noch tiefer gehen kann, um durch eine Therapie in meiner Praxis auch denen helfen zu können, die eine psychische Belastung mitbringen.

Vorerst bleibe ich noch in Teilarbeit bei meinem alten Arbeitgeber. Es ist eine große Herausforderung für mich, dass ich nicht ständig versuche, das, was ich vorher in fast Vollzeit geleistet habe, jetzt in Teilzeit mit der Hälfte an Stunden zu erledigen. Momentan sind meine Tage so vollgepackt, dass ich mir keine Zeit für Pausen nehme. Nach acht Stunden habe ich abends dann keine Energie mehr. Das ist wieder eine Zerreißprobe im Kleinen: Wie kann ich meine Energiegrenze wahrnehmen und schützen, damit ich Kraft für meinen neuen Wirkungsraum behalte? Ich weiß, dass ich in meinem Business viel mehr machen könnte, wenn ich mich besser gegen diese alten Energieräuber abgrenze. Auch meine Ansprüche an mich selbst muss ich überdenken: statt vier Beratungen am Tag tun es auch drei.

Mein jetziger Ehemann unterstützt mich unglaublich viel und liebevoll, doch er ist auch ein Sicherheitsmensch. Er sagt mir manchmal, dass ich mir mit meinem Weggang das Bein abschneide, auf dem ich stehe. Und ich weiß, dass diese Entscheidung irgendwann auf mich zukommen wird: Wann bin ich bereit für den kompletten Cut, damit ich mich ganz auf meine neue Tätigkeit fokussieren kann? Ich weiß, dass meine derzeitige Bereichsleiterin ebenfalls gehen wird. Dann ist diese spezielle Verbindung nicht mehr da, und es tut mir nicht mehr so weh, dass auch ich gehe. (Weg zurück in den Alltag)

Ich weiß, es ist Zeit für meine Flügel. Wenn ich meinen Platz finden und mich voll entfalten will, dann kann ich mich nicht ständig zerteilen. (neues Selbst)

Unterstützung durch die Held*innenreise

Die Heldenreise ist intuitiv verständlich und macht den Veränderungsprozess mit seinen Phasen und Stationen gut nachvollziehbar. Ich finde zum einen das Wissen um die Gefahren von Scheitern und Katastrophe wichtig: Was hilft mir? Was kommt nicht mehr zurück? Und dann stärkt mich auch der Blick auf den eigenen Weg: Habe ich das wirklich alles getan und geschafft? Diese Erkenntnisse helfen mir weiter, um meine Stärken noch gezielter einzusetzen und mit meinen Schwächen noch besser umzugehen.“

Das Geschenk von Gabrielas Held*innenreise

In Gabrielas Fall verändert sich ihr Ruf nicht, sondern vertieft sich und wird zunehmend anspruchsvoller. Sie geht immer dann weiter in die Veränderung, wenn sie diese Tiefe in einem Setting nicht mehr ausleben kann. Das sehen wir sogar in der Weigerung: Auch sie kommt durch externe Hindernissen zustande, während Gabrielas innerer Kompass ganz eindeutig die Richtung angibt.

Mich hat in diesem Interview besonders die Zerreißprobe berührt: Gabrielas Konflikt zwischen der großen Loyalität zu ihrem Arbeitgeber und ihrer Sehnsucht, die eigene Herzensvision zu leben. Die Absage an den Arbeitgeber nicht als Scheitern, sondern als klares Ja zu sich selbst zu erleben, ist in solchen Zerreißproben die große Kunst. Wenn wir uns aufreiben, weil wir uns nicht entscheiden, scheitern wir ebenso, wie wenn wir eine Entscheidung aus den falschen Gründen fällen.

Wenn du dir die Held*innenreise zuerst noch einmal im Überblick anschauen möchtest, findest du hier den passenden Blogpost.

Hier kommst du direkt zu meinem Ratgeber. Darin entwickelst du nach den 15 Stationen der Held*innenreise deine Lebensvision – für ein Leben mit mehr Eigen-Sinn.

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