Held*innenreise Erik: Zeit für den Neustart

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Held*innenreise Erik (43): Zeit für den Neustart

Eriks beschreibt in seiner Held*innenreise sehr eindrücklich, wie seine große Beharrlichkeit ihm einerseits hilft, Durststrecken zu überwinden, aber andererseits auch dafür sorgt, dass er manchmal recht lange wartet, bis er aus der Wüste aufbricht, um nach einer neuen Quelle zu suchen.

Traumjob Bildungsberater: Entfaltung für sich und die Klient*innen

Kompetenz, Erfahrung und Lust am Experimentieren

„Ich arbeite als Bildungsberater. Diese Berufswahl ist das Ergebnis einer Held*innenreise, durch die ich mich aus einem völlig anderen Berufsfeld herausentwickelt habe. Meine damalige Hoffnung war es, als Bildungsberater in meine Entfaltung zu kommen. Sieben Jahre lang habe ich dieses Ziel durch unterschiedliche Aufgaben hindurch weiterverfolgt. (gewohnte Welt)

In dieser Zeit habe ich mich zum Coach weitergebildet. Seit Ende der Ausbildung vor ca. 1,5 Jahren spüre ich immer stärkere Impulse, noch mehr in die Umsetzung zu kommen und meinen eigenen Stil zu entwickeln. (Ruf zum Abenteuer)

Das berufliche Umfeld beharrt auf Konformität und komplexen Prozessen

In meinem beruflichen Umfeld sind diese Bemühungen allerdings auf wenig Gegenliebe gestoßen: Ich sei zu direktiv und sollte mich eher auf meinen eigenen Bereich konzentrieren. (Hindernisse & Weggefährt*innen)

Nach all der Zeit muss ich mich endlich der Erkenntnis stellen: Ich bin fachlich besser ausgestattet als je zuvor, doch an meinem Arbeitsplatz komme ich nicht in meine Entfaltung. Ich habe Lust am Experimentieren und finde im direkten Austausch und Miteinander ganz viel Erfüllung. Das System, in dem ich arbeite, besteht allerdings aus zähen und komplexen Prozessen, in denen es wenig Raum für flexible Lösungen und spontane Kreativität gibt. So, wie ich mich entfalten möchte, ist es hier nicht möglich. (tiefe Erkenntnis)

Eine fatale Fähigkeit: Herausforderungen zu lange aushalten können

Enfaltungsbemühungen ohne echte Bewegungsfreiheit

Diese Erkenntnis führt mich direkt in einen Konflikt: Auf der einen Seite möchte ich meine eigenen, auch unkonventionellen Ideen umsetzen und mich einbringen, auf der anderen Seite wünsche ich mir Zugehörigkeit und Anerkennung in meinem Arbeitsumfeld. So pendele ich seit einigen Jahren zwischen meinem Bedürfnis nach Freiheit und Eigenständigkeit einerseits und Zugehörigkeit und Akzeptanz vom System andererseits hin und her. Durch die Coaching-Ausbildung sind mir Flügel gewachsen, aber ich fliege seit mindestens vier Jahren ohne echte Bewegungsfreiheit. Solange ich mich nicht entscheide, wird es immer anstrengend bleiben. (Zerreißprobe)

Ich habe eine starke Beharrungsfähigkeit und kann auch anstrengende Situationen sehr lange aushalten. Dafür bekomme ich zwar Bewunderung, doch in dieser Ausführlichkeit tut mir meine Standhaftigkeit nicht gut. Im Gegenteil: Genau darin liegt für mich die Gefahr zu scheitern. Solange ich mich nicht entscheide, kann ich weder ein richtig guter Coach nach meinem Herzen sein, noch die Projekte bei meinem Arbeitgeber aus voller Überzeugung umsetzen. Je länger ich warte, umso eher trifft die Zeit eine Entscheidung und meine Energie und Begeisterung bleiben immer mehr auf der Strecke. Insofern bin ich vielleicht schon mittendrin im Scheitern. (Scheitern)

Aufwachen und erkennen: Hier ist kein Bleiben auf Dauer

Das passende Testfeld für die eigenen Flügel finden

Wäre ich gescheitert, wenn ich mich dafür entscheiden würde, meinen derzeitigen Job zu behalten? Doch wenn ich jetzt Hals über Kopf hinschmeiße und mich wie ein rebellischer Teenager in die Selbstständigkeit flüchte, weil das System meine Ideen ablehnt, wäre das auch keine besonders kluge Entscheidung. Das wäre ein Scheitern in Rebellion und Aktionismus. Ich muss es aushalten, dass ich meine unkonventionellen Ideen erst einmal austesten muss. Es reicht nicht zu sagen „Ich bin Coach“ – ich muss auch Leute finden, die mein Angebot hören und interessant finden.

Die sichere Basis neu definieren

Mit meiner derzeitigen Festanstellung habe ich eine sichere Basis, um genau dies auszuprobieren. Wenn ich meinen Anspruch auf Anerkennung durch den Arbeitgeber reduziere, nicht mehr versuche, allen zu gefallen und mich aus den internen Kämpfen heraushalte, kann ich diesen Freiraum nutzen und von da aus Schritt für Schritt in eine mögliche Selbständigkeit gehen. Drei weitere Jahre im Schrank zu fliegen wäre genauso wenig intelligent wie morgen zu kündigen. (neuer Ruf, Aufgaben und Herausforderungen)

Zurück auf den langen Weg: Die nächste Held*innenreise wartet

Aus der langen Wartezeit entspringt ein neuer Ruf

Ich habe lange vergeblich versucht, das System zu ändern. Jetzt muss ich entweder akzeptieren, dass dieses System, das eigentlich mein Traumjob war, viele Beschränkungen hat, und lernen, damit zu leben. Oder ich muss diesen Job loslassen und mich ein weiteres Mal komplett auf etwas Neues einlassen. Meine Entfaltung wartet woanders auf mich. Und während ich lange Zeit in der Puppe gesteckt habe, hat sich die nächste Heldenreise bereits angekündigt. (Reifung & Transformation)

Alte Glaubenssätze und Beschränkungen loslassen

Wenn ich mich auf die Veränderung vorbereite, dann geht es dabei um To Dos im Inneren wie auch im Außen. Ich muss mir klarmachen und daran glauben, dass es Leute geben wird, die mich für meine Leistung bezahlen werden. Ich darf den Glaubenssatz loswerden, dass ich als Selbständiger meine Seele verkaufen muss, um Aufträge zu bekommen.

Wie ein künftiger CEO muss ich Möglichkeiten finden, dem dem Experiment der Selbständigkeit in meinem derzeitigen Alltag den notwendigen Raum einzuräumen, so dass weder mein Job noch meine Familie leidet. Es geht um ganz pragmatische Fragen, wie: Wer sind meine idealen Kunden und wie kann ich sie erreichen? Was ist für mich eine gute Zeitdauer, um ein Gefühl für diese Selbständigkeit zu kriegen? Wie kann ich Sicherheit für meine Familie schaffen? Und ich muss akzeptieren, dass dieser Weg auch seine Zeit braucht. Kleine Schritte in Richtung einer Entscheidung sind besser, als sich in vielen Aktionen zu vertüddeln oder darauf zu warten, dass sich die Entscheidung von alleine ergibt. (Weg in den neuen Alltag)

Orientierung im Chaos durch die Held*innenreise

Mein erster Gedanke beim Kennenlernen der Heldenreise war: Ich stecke gerade mitten in einer Art von Zerreißprobe. Zentral geht es dabei um die Frage: Wie will und kann ich arbeiten?

Ich finde es spannend, dass bestimmte Elemente in der Heldenreise an mehreren Stellen auftauchen. Bei mir kann ich klare Parallelen zwischen Weigerung und Feinden erkennen, aber auch zwischen Zerreißprobe und Transformation.  Ich habe erkannt, dass auf der einen Seite Energie, Leidenschaft und ein Weg notwendig sind, um in die Veränderung zu gehen. Und auf der anderen Seite braucht es die Schwestertugenden Zielsetzung, Kalkül und Konzentration, damit daraus ein guter Schmetterlingsflug wird, statt lediglich ein Taumel über die Blumenwiese der Möglichkeiten.“

Eriks Held*innenreise besteht aus zwei Wellenbewegungen. Er hat, wie er anfangs schildert, für seine derzeitige Tätigkeit ein ganz anderes Berufsfeld verlassen. Nur um nach Jahren des Engagements festzustellen, dass er noch nicht wirklich angekommen ist, sondern weitergehen möchte. Die einzelnen Stationen sind ein bisschen „durcheinander“, der Weg zurück enthält die Aufgaben und Herausforderungen eines neuen Rufs. Wir sehen hier sehr schön: Das Leben ist weniger ordentlich als ein Modell.

Und noch ein zweiter wichtiger Lernaspekt steckt in Eriks Reise: Er ist nicht der einzige Held*innenreisende, der sich die Frage nach dem Ankommen stellt. Doch, wie er selbst diagnostiziert, ist er jemand, dessen Beharrlichkeit dazu führt, dass er lange an einem Ort bleibt, auch wenn er ihn bereits innerlich überholt hat. Und so entsteht bei Eriks Reise mitten in der Transformation dieser neue Ruf, der ihn „zurück auf den langen Weg“ bringt.

Diese Beharrlichkeit kenne ich von mir selbst – und deswegen ist mir auch das Risiko vertraut, es damit zu übertreiben. Müssen wir jede angefangene Reise bis zum Ende durchziehen? Oder dürfen wir mittendrin den Absprung wagen und auf die nächste Held*innenreise aufbrechen? Wir dürfen nicht nur, wir sollten es sogar ernsthaft erwägen. Immer dann, wenn unsere innere Weisheit uns sagt: Es ist Zeit für einen Neuanfang.

Wenn du dir die Held*innenreise zuerst noch einmal im Überblick anschauen möchtest, findest du hier den passenden Blogpost.

Wenn du gleich intensiver einsteigen willst, ist meinen Ratgeber eine gute Wahl: Darin entwickelst du nach den 15 Stationen der Held*innenreise deine Lebensvision – für ein Leben mit mehr Eigen-Sinn.

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