Held*innenreise

Menschen lieben Geschichten. Vor allem solche, in denen die Figuren über sich hinauswachsen. Instinktiv wissen wir, dass eine gute Geschichte Herausforderungen braucht, damit die Figuren sich zu ihrer neuen Größe entwickeln. Held*innen erleben ihr Abenteuer selten auf dem Sofa.

Der amerikanische Literaturwissenschaftler und Mythologe Joseph Campbell untersuchte die Erzählstruktur, die den Mythen der ganzen Welt zugrunde liegt, und entwickelte daraus das universelle Modell der »Heldenreise«. Mittlerweile gibt es zahlreiche Abwandlungen von Joseph Campbells ursprünglichem Modell, von 8 bis 17 Stationen ist alles dabei. Diese folgenden typischen Stationen sind jedoch in den allermeisten enthalten:

  1. Die Heldin ist in einer schwierigen Situation,
  2. hört den Ruf zum Abenteuer
  3. und verweigert ihn zuerst,
  4. lässt sich dann allerdings doch auf die Reise ein.
  5. Sie erlebt Widerstände und Gefahren, gewinnt Verbündete und muss gegen Feinde kämpfen.
  6. Schließlich muss sie sich in einer entscheidenden Prüfung bewähren,
  7. trägt den Sieg davon und wendet alles zum Guten.

Die Held*innenreise ist auch eine großartige Möglichkeit, um in deine eigene Geschichte, deine Life-Story, einzutauchen. Sie unterstützt dich nicht nur beim Reflektieren der Vergangenheit. Du kannst sie auch verwenden, um damit einen Blick in die Zukunft zu wagen. Wenn wir unser eigenes Leben in Zeiten großer Veränderung wie eine Geschichte betrachten, können wir uns leichter auf das einlassen, was uns diese Zeiten abverlangen. Es gelingt uns, unsere aktuelle Situation und vor allem unsere Reaktionen und Gefühle besser zu verstehen und einzuordnen. Im besten Fall verwandelt sich der Druck der Veränderung in eine Haltung von Neugier, Abenteuerlust und Selbstermächtigung.

In den folgenden Blogbeiträgen findest du Held*innenreisen aus Interviews, die ich für mein Ratgeberbuch Raupe zu Schmetterling geführt habe, die aus der Arbeit mit Kund*innen stammen und auch die Analyse des einen oder anderen Films. Die Namen der beteiligten Menschen wurden anonymisiert.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Stöbern und Lesen – und natürlich auch bei dem Erforschen deiner eigenen Life-Story.

Entdecke die ganze Vielfalt der Held*innenreise!

Verschneiter Waldweg mit goldenen Haselnüssen und dem Titel „Aschenbrödel: Sich zeigen und lieben lassen“

Held*innenreise Aschenbrödel: Sich zeigen und lieben lassen

Ein junges Mädchen wächst in einem Leben auf, das sie klein hält und unsichtbar macht. Auf ihrem Weg probiert sie unterschiedliche Rollen aus, testet ihre Möglichkeiten und begegnet dem Prinzen immer wieder neu – ohne sich auf eine Rolle festzulegen. Aschenbrödels Reise führt sie zu einer entscheidenden Einsicht: Erst wenn sie sich selbst ernst nimmt und sich nicht mehr versteckt, kann der Prinz ihr als ganzem Menschen begegnen und sie wahrhaft lieben.

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Held*innenreise Vincent: Unbeirrt zu den Sternen reisen

Ein gesellschaftlicher Außenseiter träumt davon, als Astronaut den Weltraum zu bereisen. In einer Welt, die ihn aufgrund seiner genetischen „Unvollkommenheit“ ablehnt, überwindet er alle Hindernisse auf seinem Weg: durch seinen Mut, seine List und seine unerschütterliche Zielstrebigkeit. Am Ende reist er nicht nur zu den Sternen, sondern hat auch den Respekt und das Vertrauen anderer Menschen für sich gewonnen.

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Held*innenreise Frodo: Die Welt für andere retten

Ein friedliebender Hobbit erhält den Auftrag, die Welt vor der Dunkelheit zu retten. Auf seinem Weg wird er immer mehr von der Macht des Rings gezeichnet, doch seine Entschlossenheit und die Unterstützung treuer Gefährt*innen helfen ihm, diese scheinbar unüberwindbare Aufgabe zu vollenden. Auch wenn Frodo Beutlin letztendlich sein Ziel erreicht: Am Ende erkennt er, dass er sich durch seine Reise tiefgreifend verändert hat und nicht mehr in die Welt zurückkehren kann, die er gerettet hat.

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Held*innenreise Luke: Die Macht durch Mitgefühl besiegen

Ein Bauernjunge, der von Abenteuern träumt, entdeckt seine Bestimmung, reift zum Jedi-Ritter heran und rettet die Galaxie vor der Dunklen Seite der Macht. Dabei überwindet er nicht nur eigene Ängste und Zweifel, sondern erlöst auch seinen Vater aus dem Griff der Dunkelheit. So verläuft die Held*innenreise von Luke Skywalker* aus der ursprünglichen Star Wars Trilogie.

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